Jedes Projekt wird bereits vor seiner Planung einer Machbarkeitsprüfung unterzogen, die dann gewisse Vorhersagen über die Umsetzung und den Erfolg des Vorhabens zulassen. Eine Machbarkeitsstudie, früher auch als Projektstudie bezeichnet, untersucht die Realisierbarkeit eines Projekts.

Prognosen

Die meisten Projekte gründen sich auf Annahmen, die man bei der Planung einfließen lässt. In vielen Fällen greift man dabei auf vergangene erfolgreiche Projekte zurück und verwendet die daraus gewonnen Erfahrungen. Dadurch lassen sich auch zukünftige Entwicklungen, die das neue Projekt mit sich bringt, abschätzen. Vor allem gilt dies natürlich für den Kostenbereich. Auch im Beschaffungsbereich können derartige Prognosen hilfreich sein. Zum Beispiel ist die Materialanalyse beim Brückenbau ein wichtiges Element für die Errichtung neuer Konstrukte, wie es uns vor Kurzem die tragischen Ereignisse in Genua vor Augen geführt haben.

Risiken

Die Gefahr in der Erstellung von Prognosen liegt in erster Linie in ihrer Unwägbarkeit. So werden in der Kostenrechnung viele zu erwartende Ergebnisse in Zahlen ausgedrückt. Begeht man den Fehler, diese Zahlen nicht als Prognosen, sondern als Fakten anzunehmen, so läuft man Gefahr, falschen Informationen zu folgen, die schließlich das gesamte Projekt gefährden können.

In der Kostenrechnung spricht man daher von den zu erwartenden Gesamtkosten eines Projekts, die vorab geschätzt werden. Ändern sich diese aufgrund wirtschaftlicher, arbeitsrechtlicher oder sozialökonomischer Bedingungen, so müssen entsprechende Maßnahmen zur Gegensteuerung existieren.

Ein zweiter Risikofaktor sind auch die Menschen, die an einem Projekt arbeiten. Sind sie erfolgsorientiert, so könnten sie zu Selbstüberschätzung neigen. Sind sie Misserfolgsvermeider, so kann es sein, dass aktuelle Chancen gar nicht wahrgenommen werden. Es kommt beim Projektmanager daher auch auf seine sozialpsychologischen Fähigkeiten an. Er muss selbst einschätzen können, welche Informationen er für die Verwirklichung eines bestimmten Projekts einsetzen kann und welche eher undienlich sind. Gelungene Projekte werden meist von einer Führungskraft geleitet, die in ausreichendem Maß sowohl über fachliche als auch über soziale Kompetenzen verfügt.